In Hockenheim hat Bruno Senna seine ersten DTM-Eindrücke gesammelt und schildert diese in seiner Kolumne.
Dazu gehört durchaus auch, einmal ganz andere Autos und ihre Charakteristiken kennen zu lernen. So bin ich ja Anfang März in Paul Ricard das Le Mans-Auto von Oreca gefahren. Das war etwas ganz neues für mich, zum ersten mal ein so schweres Auto, die Fahrweise, dass es vor allem darauf ankommt, die Reifen über lange Zeit zu schonen, ich bin auch zum ersten Mal überhaupt in der Nacht gefahren, was irgendwie eine ganz andere Art der Wahrnehmung bedeutet. Es wäre auf jeden Fall recht interessant, das 24-Stunden-Rennen in Le Mans zu bestreiten. Ich könnte dabei eine Menge Erfahrung sammeln - mal sehen, was sich so ergibt, was möglich ist.
Ich bin von Anfang an gut zurecht gekommen, habe ich mit den Leuten von Mercedes auch gleich sehr gut verstanden. Die Mechaniker waren einfach super und die Zusammenarbeit mit einem neues Renningenieur, die ja am Anfang immer eine gewisse Herausforderung ist, weil man sich ja erst einmal aufeinander einstellen muss, war auch überhaupt kein Problem. Ich bin mit Michael - sorry, deinen Nachnamen weiß ich gar nicht - sehr schnell auf eine Linie gekommen, wir haben dann im Laufe der Zeit auch ein sehr gutes Set-up erarbeitet, mit dem ich dann richtig schnell unterwegs war - das haben auch Vergleiche mit den Renndaten von Bruno Spengler aus dem letzten Jahr gezeigt. 130 Runden bin ich am zweiten Tag gefahren, was ich auf jeden Fall auch gemerkt habe, ist dass man eine Strecke im Tourenwagen, und wenn er sich noch so präzise fahren lässt, trotzdem ein bisschen anders angehen muss als im Formel-Auto, mehr auch die Bereiche direkt neben der Strecke nutzen muss als das eben in der GP2 der Fall war
Fan-Unterstützung bereits beim ersten Test
Ich glaube, das Team war schon recht zufrieden, und für mich war auch sehr wichtig, dass ich bei diesem Test wieder einmal die Bestätigung bekommen habe, dass ich mich sehr schnell auf neue Umstände einstellen und auf Anhieb meine Leistung bringen kann. Das gibt mir auch sehr viel Zuversicht, dass ich, wenn ich das nächste Mal eine Chance in einem Formel-1-Auto bekomme, dort auch wirklich sofort überzeugen kann. Für das eigene Selbstvertrauen ist so eine Erfahrung immer schön.
Wie es jetzt weitergeht, ist noch nicht entschieden. Es ist einfach so, dass ich alles, was ich in dieser Saison mache, darauf ausrichte, dass es mich der Formel 1, meinem großen Ziel, näher bringt. Die DTM ist eine hochklassige Serie und eine Bindung an die Mercedes-Familie könnte auf diesem Weg sicherlich hilfreich sein, aber es gibt da auch noch einiges zu besprechen und auszusortieren.
Ich möchte vielleicht auch noch ein bisschen überlegen und mit ein paar Leuten sprechen, um mir ein klareres Bild für mich selbst zu machen, und hoffe, dann nächste Woche vielleicht schon ein bisschen weiter zu sein. Wobei es dann eh wieder schwierig wird, weil dann ja viele der entscheidenden Leute erstmal wieder mit der Formel 1 auf dem Weg nach Australien sind. Im Moment ist es - auch angesichts der unsicheren Situation in der Formel 1 für die Zukunft, die neuen Regeln und die möglichen Konsequenzen daraus für die Teams - einfach sehr schwierig, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.
Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was mich in der DTM so drum herum erwarten würde, habe ich in Hockenheim auch schon bekommen. Ein paar meiner treuesten Fans haben am zweiten Testtag gleich mal vorbeigeschaut, um 'Hallo' zu sagen - ich glaube, über mangelnde Unterstützung müsste ich mich in der DTM auf keinen Fall beklagen.
Euer Bruno Senna
Bruno Senna em sua coluna:
http://www.motorsport-magazin.com/dtm/news-73890-kolumne-bruno-senna-dtm-test-mercedes-hat-mir-viel-gebracht.html


